6. Pferdezüchtertag

Am Samstag, 30. Januar 2027
mit Aufzeichnung und Teilnahmezertifikat

Hauptprogramm

Wir freuen uns, Ihnen hier das heißersehnte Programm zu unserem

6. Pferdezüchtertag vorstellen zu dürfen!

 

Nach diesem Tag können Sie:
– genetische Befunde besser verstehen und bei Zuchtentscheidungen berücksichtigen
– gesundheitliche Risiken auf der Weide und im Stall früher erkennen
– Symptome und Laborbefunde bei Erkrankungen besser einordnen
– fundierter über Fütterung, Diagnostik und weitere Schritte entscheiden
– in kritischen Situationen schneller erkennen, wann tierärztliche Hilfe erforderlich ist

Preis für Hauptporgramm + 6 Wochen Aufzeichnung und Teilnahmezertifikat

69 €

inkl. MwSt.

08:30 – 09:15 Uhr

Ausgewählte Genvarianten und ihre Bedeutung für die Pferdegesundheit

Dr. Stefanie Müller-Herbst | Laboklin

Was sagen die Gene über die Gesundheit meines Pferdes aus?

09:15 – 10:00 Uhr

Zwischen Weide und Stall ― die häufigsten Vergiftungsgefahren für Pferde

Elisabeth Hausmann | Laboklin

Welche Vergiftungsgefahren lauern auf der Weide und im Stall?

10:00 – 10:15 Uhr
Pause
10:15 – 12:00 Uhr

Leberfunktion und Lebererkrankung: Internistik ist spannend! Klinik trifft Labor

Dr. Bianca C. Schwarz | Pferdeinternist.de
Dr. Svenja Möller | Laboklin

Leberwerte auffällig: Wie lassen sich Befunde und Symptome einordnen?

12:00 – 12:30 Uhr
Pause
12:30 – 13:15 Uhr

Omega-3 ― Superfood fürs Pferd

Eva Potocnik | Foten GmbH

Omega-3: Was steckt hinter dem „Superfood fürs Pferd“?

13:15 – 14:00 Uhr

Epilepsie bei Pferden

Dr. Dr. Benjamin-Andreas Berk | BrainCheck.Pet ®

Epilepsie beim Pferd: Was sollte ich darüber wissen?

Zur Beantwortung der offenen Fragen von Vortrag 1:

“15 Jahre Pferdegenetik: Vom Labor zum Zuchtstall – was haben wir gelernt?” von Dr. Stefanie Müller-Herbst

Wir haben eine genetische Untersuchung für das Plattenepithelzellkarzinom (PEK) im Angebot. Es läuft unter dem Namen Ocular Squamous Cell Carcinoma (SCC). Es ist bekannt, dass Tiere bestimmter Rassen mit dem Genotyp SCC/SCC ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Plattenepithelzellkarzinoms haben, beim Haflinger wurde in der Literatur ein 5,6-fach höheres Risiko angegeben.
Die Durchführung des Tests hat zwei Vorteile:

1) Durch die Bestimmung des Genotyps können Sie in der nächsten Generation SCC/SCC Tiere vermeiden.
2) Hat das Tiere den Genotyp SCC/SCC, kann man auf ausreichenden UV-Schutz der Augen achten und somit dem erhöhten Risiko für die Entstehung eines Plattenepithelzellkarzinoms möglicherweise entgegenwirken.

Für den Esel bieten wir keine genetischen Untersuchungen an.
Prinzipiell gibt es aber schon genetische Untersuchungen beim Esel z.B. für die Fellfarbe.

Bei der genetischen Untersuchung wird ein Risikofaktor für die Entstehung des Plattenepithelzellkarzinoms untersucht. Am besten wäre es, SCC/SCC Tiere zu vermeiden. Allerdings hängt die Zuchtstrategie auch von der Trägerfrequenz in der entsprechenden Population ab. Bei einer hohen Allelfrequenz in der Population muss auch die Erhaltung des Genpools bei der Zuchtstrategie berücksichtigt werden.

Die Krankheit PSSM ist auch früher schon vorhanden gewesen, es gab aber noch nicht die Bezeichnung PSSM und auch nicht die genetische Untersuchung. Vermutlich hatten viele Tiere, die einen Kreuzverschlag hatten, tatsächlich einen PSSM Schub. Es wird allerdings auch davon ausgegangen, dass Kaltblutrassen, in denen die PSSM TypI Genvariante häufig vorliegt, ursprünglich vielleicht sogar einen Vorteil davon hatten, ihre Glycogen-Speicher stark aufzufüllen, nämlich zu den Zeiten, als diese Tiere noch hart körperlich arbeitend in der Wald- und Forstwirtschaft eingesetzt wurden. Heutzutage werden die meisten Tiere nicht mehr so stark körperlich beansprucht wie früher.

Für equines Asthma wird eine genetische Komponente vermutet. Die aktuellen Daten deuten darauf hin, dass das equine Asthme komplex ist und aus dem Zusammenspiel mehrerer Gene und Umweltfaktoren resultiert – bislang wurden keine spezifischen Gene oder ursächlichen Mutationen identifiziert, die die Entwicklung praktischer Gentests ermöglichen würden.

Ein Allergiestest ist kein Gentest. Beim Allergietest wird tatsächlich analysiert, gegen was das Tier allergisch ist. Dieses Thema ist sehr komplex und deswegen leider nicht einfach über eine kurze Antwort zu klären. Bei Interesse gerne Kontakt über Ihren Tierarzt zu unserem Allergie-Team: allergie@laboklin.com

Zur Beantwortung der offenen Fragen von Vortrag 2:

“Antibiotika beim Pferd: Verantwortungsvoll therapieren, Resistenzen minimieren – was Züchter wissen müssen” von Dr. Babette Klein

Die Anwendung von Phagen erfolgt in der Tiermedizin bisher nur lokal, könnte also z. B. bei Pyodermien oder Wunden des Pferdes eine Rolle spielen. Beim Hund werden sie zusätzlich noch bei der Otitis externa eingesetzt. Es gibt allerdings keine zugelassenen Medikamente in der EU, weder für die Human- noch für die Tiermedizin. Die Voraussetzung für eine Anwendung ist daher immer die Feststellung des Therapienotstands durch den behandelnden Tierarzt, d.h. dass die gängigen Therapien, z. B. mit Antibiotika, keinen Erfolg gebracht haben. Nur dann könnte ein individueller Heilversuch bei einem Patienten erfolgen. Bei konkreten Fragen zu einem erkrankten Tier wenden Sie sich gerne auch an unser Phagenzentrum unter info@phagen-zentrum.de

Die Dauer der Behandlung sollte so kurz wie möglich sein und sich an den aktuellen Leitlinien orientieren. Da jede Anwendung von Antibiotika einen Selektionsdruck auch auf das Mikrobiom ausübt, geht man heutzutage oft von einer kürzeren Therapiedauer aus, als noch vor einigen Jahren. Damit soll die Resistenzausbreitung minimier werden. Harnwegsinfektionen benötigen z. B. oft nur noch eine Therapiedauer von 3 – 5 Tagen. Hautsymptome benötigen immer noch eine längere Antibiose z. B. von 7 Tagen. Grundsätzlich sollten Verbesserungen der Symptomatik innerhalb von 48 Stunden sichtbar sein, sonst muss man das therapeutische Vorgehen oder die Diagnose hinterfragen. In dieser Zeit sollte der Patient daher regelmäßig den Tierarzt sehen.

Zur Beantwortung der offenen Fragen von Vortrag 3:

“Sonne – Sommer – Ekzem – was wissen wir über die häufigste Allergie-Form des Pferdes?” von Dr. Elisabeth Reinbacher

Insol ist eine Impfung gegen Hautpilze. Es wurde anekdotisch wohl immer wieder auch bei allergischen Pferden eingesetzt, es fehlen aber jederlei wissenschaftliche Grundlagen dafür.

Nein, Sie haben nicht zu früh abgebrochen. Wir empfehlen mindestens ein Jahr mit einer Immuntherapie zu behandeln, bevor der Erfolg beurteilt wird. Wenn kein klinischer Erfolg sichtbar wird innerhalb dieses Jahres, kann die Therapie abgebrochen werden, weil das Pferd dann leider ein Non-Responder ist.

Bei Vortrag 4:

“Wenn die Kleinen die Großen auf Trab halten – Ektoparasiten beim Pferd” von Dr. Britta Beck gab es keine offenen Fragen.

Bei Vortrag 5:

“Da ist der Wurm drin – Endoparasiten und ihre Behandlung” von Dr. Jörgen Köhlbrandt gab es keine offenen Fragen.

Bei Vortrag 6:

“Zähne, Fehlstellungen und angeborene Missbildungen beim Fohlen – worauf der Züchter achten sollte” von TÄ Elisabeth Haussmann gab es keine offenen Fragen.

Bei Vortrag 7:

“Alles ge(s)checkt? Fellfarbe Kunterbunt” von Dipl. Biol. Bärbel Gunreben gab es keine offenen Fragen.

Seminare

pro Seminar 49 €*

inkl. MwSt., *nur in Verbindung mit dem Hauptprogramm buchbar

Sonderpreis bei Buchung des Komplettprogramms 149 €

inkl. MwSt.(Preisvorteil 18 € gegenüber dem Einzelpreis!)

Foto: Jennifer von Luckner; KI-modifiziert

Ernährung bei Lebererkrankungen: Was ist fundiert, was nur gut gemeint?

SEMINAR 1

Ernährung bei Lebererkrankungen: Zwischen Evidenz und Schein

14 : 30 – 16 : 30 Uhr

Prof. Dr. Ingrid Vervuert | Universität Leipzig

Wie kann die Ernährung ein Pferd mit einer Lebererkrankung gezielt unterstützen? In diesem Seminar erfahren Sie, worauf es bei der Fütterung ankommt, welche Nährstoffe eine besondere Rolle spielen und wie sich wissenschaftliche Erkenntnisse praxisnah umsetzen lassen.
Nicht alles, was als „leberunterstützend“ beworben wird, hält einer wissenschaftlichen Prüfung stand – lernen Sie, evidenzbasierte Maßnahmen von Produkten mit nicht belegter Wirksamkeit zu unterscheiden.
So können Sie die Fütterung Ihres Pferdes gezielt unterstützen und Entscheidungen auf Basis fundierter Erkenntnisse statt auf Basis von Werbeversprechen treffen.

SEMINAR 2

Erste Hilfe bei Kolik ― was kann der Pferdehalter tun, wann muss der Tierarzt kommen?

14 : 30 – 16 : 30 Uhr

PhD Dr. Sabita Stöckle | Freie Universität Berlin

Kolik ist ein Notfall, bei dem schnelles und richtiges Handeln entscheidend sein kann. Dieses Seminar vermittelt, welche Erste-Hilfe-Maßnahmen man selbst ergreifen kann, welche Beobachtungen für die weitere Behandlung wichtig sind und ab wann unbedingt der Tierarzt hinzugezogen werden sollte.
Wer weiß, was im Ernstfall zu tun ist, kann seinem Pferd wertvolle Zeit verschaffen und unnötige Fehler vermeiden. Das Seminar gibt Ihnen die Sicherheit, auch in einer stressigen Koliksituation ruhig, richtig und verantwortungsvoll zu handeln.

Foto: Anne Schmidt

Kolik: Was kann ich tun und wann muss der Tierarzt kommen?

Spannende Themen rund um Pferdehaltung, Pferdezucht und Pferdemedizin warten auf Sie auch wieder in 2027. Bis dahin besuchen Sie auch unsere weiteren Züchterangebote!

Auf Wunsch veranstalten wir auch ein Web-Seminar zu speziellen Themen rund um Ihre Rasse.

Sie haben Interesse?

Dann kontaktieren Sie uns per E-Mail unter labogen@laboklin.com oder telefonisch unter 0971/72025005.
Wir sind gerne für Sie da und freuen uns auf Sie!

Ihr Labogen-Team

Mit freundlicher Unterstützung von: